Interventionen in der Suchthilfe

Auszug Referenzstatement:
Wir arbeiten seit dem Jahr 2000 mit großer Begeisterung mit AdrenalinConzeptz zusammen und freuen uns jedes Jahr erneut auf die erlebnistherapeutische Veranstaltung, die zweifellos das Highlight für unsere Patienten darstellt. Im Rahmen einer professionellen und vertrauenswürdigen Begleitung haben die Patienten die Möglichkeit, eine ganz andere Art von (Grenz-) Erfahrungen zu erleben und das Erlebte in Ihren Alltag zu übertragen. Der "Spaß" bleibt dabei nicht auf der Strecke. Die Organisation und Durchführung ist jedes Mal tadellos und lässt keine Wünsche offen.
Ralf Hausemann, Dipl. Sozialarbeiter und Therapeut der Fachklinik Eiterbach
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Outdoorerlebnis als Interventionskonzept für die Behandlung von Suchtpatienten

1. Zielgruppe

Wir führen diese Seminare durch für Patienten und Betreute von Drogenberatungsstellen, Drogenhilfevereinen, Fachkliniken, Krankenhäusern und anderen Institutionen der Suchthilfe.

Wir führen diese Seminare nicht durch als offene therapeutische Angebote für Patienten / Privatpersonen.

2. Grundsätzliches

Erlebnis- und Freizeitprogramme werden im Rahmen der Behandlung von Suchtpatienten als unterstützend zur sozialen und kulturellen Wiedereingliederung angesehen. Konkrete Ziele dieser Interventionen sind eine weitere Distanzierung von der Drogenszene und der Aufbau alternativer Erfahrungsräume, die dem Patienten Wege aus seiner Abhängigkeit aufzeigen sollen. Mehrtägige Outdoorerlebnisse stellen in diesem Zusammenhang ideale Maßnahmen dar. Als Erweiterung und Ergänzung des bestehenden Behandlungsprozesses entfalten sie therapeutische Wirksamkeiten ohne Installation eines typischen therapeutischen Settings. Ein Vorteil, der sich bei so genannten therapieresistenten Klienten äußerst positiv auswirken kann.

3. Zeitlicher Rahmen

Wir führen diese Maßnahme in einem Zeitraum von 1 bis 5 Tagen durch.
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4. Interventionskonzept

Erlebnistherapie ist ein handlungs- und selbsterfahrungsorientierter psychotherapeutischer Ansatz, bei dem der Gruppenprozess, die natürliche Umgebung und die verschiedenen Handlungsformen so zusammen wirken, dass sie dem Einzelnen sowohl individuelles als auch ganzheitliches Erleben ermöglichen. Ganzheitliches Erleben bedeutet, dass prägende Erfahrungen auf körperlicher, affektiver und kognitiver Ebene gemacht werden.
Körperbezogene Interventionen
Drogenabhängigkeit steht im Zusammenhang mit den bekannten gesundheitlichen und körperlichen Defiziten und daraus resultierend mit einem geringen körperlichen Belastungsniveau und einer gestörten Beziehung zur eigenen Körperwahrnehmung. Aus diesem Grund wird dem Aufbau und der Überprüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit während des Seminars ein entsprechender Stellenwert eingeräumt. Neben dem Abstinenzgebot, viel Bewegung und ausgewogener Ernährung, bilden verschiedene körperbezogene Übungen, Aktivitäten und Interventionen den Rahmen zum Abbau von dysfunktionalen Wahrnehmungsstrukturen, mit dem Ziel, die eigenen Leistungsgrenzen neu zu entdecken und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wiederzugewinnen. Durch den kinesiologischen und systemischen Ansatz kann stets auch im Gruppenrahmen, scheinbar „rein zufällig“, mit hemmenden, rigiden und auch sabotierenden Strategien Einzelner gearbeitet werden. Diese Arbeitsauffassung führt wie ein roter Faden durch die Trainingsmaßnahme und wirkt sich auf den Einzelnen und somit auch auf die gesamte Gruppe aus. Ein guter Ansatz für den Therapeuten im Klinikalltag, da festgefahrene Muster aufgeweicht werden. Aufgrund dessen kann der behandelnde Therapeut anschließend gut an die vorhandenen Suchtstrukturen anknüpfen.
Gruppenbezogene Interventionen
Bei drogenabhängigen Klienten stellen gestörte Beziehungsstrukturen und massive Defizite hinsichtlich sozialer Kompetenzen oft die größte Problemquelle dar. Ein Hauptanliegen des erlebnistherapeutischen Seminars ist die Integration des Einzelnen in den gruppendynamischen Prozess. Ziel ist es, dem Einzelnen bei den verschiedenen Kletter- und Sicherungsübungen zu vermitteln, wie wertvoll er für den Anderen, und wie wertvoll der Andere für ihn ist. Gemeinsames Planen, Handeln und gemeinsames Erleben kennzeichnen eine funktionierende sich selbst versorgende Hüttengemeinschaft und erfordern ein hohes Maß an Flexibilität, Selbständigkeit und Einsatz des Einzelnen für die Gruppe. Dieses Setting soll auch Raum für einen konstruktiven Umgang mit interindividuellen Konflikten bieten. Durch Gruppengespräche werden für alle gewinnbringende Lösungsmöglichkeiten gesucht und umgesetzt. Flucht- und Meidemechanismen werden spielerisch durch die Outdooraktivitäten determiniert, sodass dem Teilnehmer nichts anderes übrig bleibt, als Stellung zu beziehen. Ein äußerst gewinnbringender Aspekt im Rahmen einer Suchtdynamik.
Personenbezogene Interventionen
Das Outdoor-Seminar bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, neue emotionale und kognitive Zusammenhänge direkt zu erleben um ihr eigenes Verhalten besser zu verstehen. Während der Outdoorinterventionen und insbesondere beim Klettern selbst wird das Klettern in Kleingruppen ermöglicht, bei dem die Teilnehmer sich gegenseitig sichern. In diesem Setting kann adäquate Risikowahrnehmung vermittelt werden, um sinnvolles Risikoverhalten zu erlernen. Ziel dabei ist es, zwischen berechtigten Signalängsten und irrationalen Ängsten unterscheiden zu lernen. Durch die häufige Konfrontation mit Ängsten bieten sich viele Gelegenheiten, das Thema Angst individuell aufzuarbeiten. Im Umgang mit intraindividuellen Konflikten, wie sie in diesem Setting vorprogrammiert sind, bekommen die Teilnehmer die Möglichkeit, innere Grenzen zu spüren, sich selbst zu überwinden, und somit einer Affektverflachung, wie sie bei Suchtkranken häufig auftritt, entgegenzuwirken.
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5. Aufbau der Behandlungsmotivation

Die Veränderungsmotivation bei Suchtpatienten ist oft nur sehr defizitär ausgeprägt. Aus diesem Grund liegt ein weiterer Focus des Outdoor-Seminars im Bereich einer Zuversichtsvermittlung, die von Patienten angenommen werden kann. Ziel ist es, in Einzel- und Gruppengesprächen eine Veränderungsmotivation aufzubauen, die den Einzelnen dazu befähigt, seine Zukunft autonom und selbstverantwortlich zu gestalten und vor allem die Eigenmotivation für diesen Veränderungsprozess zu wecken.

6. Transfer

Eine Abfolge verschiedener Aktionen stellt für sich genommen noch keine Erlebnistherapie dar. Wichtig ist, dass Bezüge zu individuell relevanten Themen in der laufenden Therapie wieder aufgenommen und bearbeitet werden können. Gerade die Reflexion des Erlebten macht das therapeutische Potential der Erlebnistherapie aus. Inwieweit eine Übertragung der gemachten Erfahrung auf den Alltag (bzw. in die Therapie) der Patienten gelingt, erachten wir als entscheidend für die Wirksamkeit unserer erlebnistherapeutischen Programme.

Bei dem Transfer ist uns wichtig, dass:

  1. die Ziele mit dem Vorher und Nachher vernetzt sind,
  2. die Lernerfahrungen an einprägsame Erlebnisse und Metaphern gekoppelt sind,
  3. das Programm initiatorische Aspekte aufweist,
  4. die Aktivitäten möglichst viele lebenspraktische Elemente beinhalten,
  5. Follow-up Programme angegliedert werden können.
Zu Ihrer Information:
Gerne gestalten wir unsere Outdoorseminare auch als reine Erlebnisveranstaltungen oder Freizeitprogramme für Ihre Patienten.

Für detaillierte Informationen zu den einzelnen Programmbausteinen und Details der Veranstaltungen treten Sie bitte direkt mit uns in Kontakt.

Ein Referenzstatement der Fachklinik Eiterbach:
Wir arbeiten sehr gerne mit den Therapeuten von AdrenalinConzeptz zusammen, weil sie mit ihrer ruhigen und vertrauenserweckenden Art vor allem sehr motivierend auf unsere Klienten einwirken. Die individuelle Betreuung lässt jedem Klienten Raum, sich weiterzuentwickeln.
Martina Gerhard-Rühle, Leitende Sporttherapeutin, Fachklinik Eiterbach / Haus Heidelberg
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